Professor Weber
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Professor Werner Weber

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Buchführung und Bilanzierung

Kontenrahmen bzw. aus diesem abgeleiteter Kontenplan

 

In diesem Zusammenhang stellt sich für mich die Frage, warum immer noch einige Betriebe, vor allem aber auch Steuerberatungsbüros den von Schmalenbach in den 1930er Jahren entwickelten Kontenrahmen nach dem Prozessgliederungsprinzip verwenden (Erlasskontenrahmen bzw. Reichskontenrahmen von 1937).  Das Prozessgliederungsprinzip orientiert sich am gewöhnlichen Betriebsablauf und der dazu parallel verlaufenden Reihenfolge der Abrechnung des Güter- und Geldkreislaufs einer Unternehmung. Dieses Gliederungsprinzip fand auch seinen Niederschlag im Gemeinschaftskontenrahmen der Industrie (GKR) und im SKR 03 von DATEV. Schmalenbach ging noch von einem Einkreissystem aus, d. h. er wollte die Betriebsbuchführung (Kosten- und Leistungsrechnung) mit in das System integrieren und hielt dafür die Kontenklassen 5 und 6 frei. Mir ist kein Fall aus der Praxis bekannt, in dem das tatsächlich zur Anwendung kam, vielmehr wurde die Kosten- und Leistungsrechnung immer vollkommen getrennt geführt.

 

Dem Sinn und Zweck der Finanzbuchhaltung entspricht dagegen viel mehr das Abschlussgliederungsprinzip, das berreits seit langem von den angelsächsischen Ländern praktiziert wird. Dieses Gliederungspringzip legt der Kontensystematisierung die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung zugrunde. Sowohl die Klassenbildung als auch die Strukturierung der Konten orientiert sich am Aufbau der Jahresbilanz und der Erfolgsrechnung. Diesem Abschlussgliederungsprinzip entspricht sowohl der 1986 neu gefasste Industriekontenrahmen (IKR), als auch der SKR 04 von DATEV.

 

Mit dem Bilanzrichtlinien-Gesetz, das auf nach dem 31. Dezember 1986 beginnende Geschäftsjahre erstmals anzuwenden war, sollte eigentlich ab dem Jahr 1987 das Prozessgliederungsprinzip nicht mehr relevant sein. Der Praxis ist es offensichtlich bis heute nicht gelungen das umzusetzen. Das könnte daran liegen, dass die Buchhalterinnen bzw. Buchhalter die Kontennummern des Prozessgliederungsprinzips im Kopf haben und nicht neue Nummern lernen wollen. Für einen äußeren Betriebsvergleich ist das eher hinderlich. 

 

Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz

 

Die Vorschriften des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) sind für Geschäftsjahre in Jahresabschlüssen erstmals anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2015 beginnen. Durch dieses Gesetz sind nicht nur neue Anhangangaben hinzugekommen, sondern es wurden auch einige geändert. Daneben haben sich auch die Befreiungsvorschriften für kleine und mittelgroße Gesellschaften in § 288 HGB geändert.

 

Besonders zu erwähnen ist die Neudefinition der Umsatzerlöse in § 277 Abs. 1 HGB. Im Ergebnis erfolgte eine Ausweitung der unter den Umsatzerlösen zu subsumierenden Geschäftsvorfälle. Das hat zur Folge, dass im Anhang auf die fehlende Vergleichbarkeit der Umsatzerlöse hinzuweisen ist und nachrichtlich die Darstellung des Vorjahresbetrags, der sich nach dem BilRUG ergeben hätte, zu erläutern ist.

 

Im Zusammenhang mit den Erläuterungen zu der Bilanz, der GuV, den Haftungsverhältnissen und sonstigen finanziellen Verpflichtungen haben sich Änderungen in den §§ 268 Abs. 7, 284 Abs. 3 S.4, 285 Nr. 3, Nr. 3a, Nr. 13, Nr. 15a, Nr. 30, Nr. 31, Nr. 32, Nr. 33 und Nr. 34 HGB ergeben.

 

 

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